PropTech·10 Min Lesezeit

Der perfekte Tech-Stack für moderne Makler

Der ideale Tech-Stack für Immobilienmakler 2026: CRM, Portal, Bewertung, Buchhaltung. 3 Stack-Empfehlungen nach Bürogrösse mit Preisen.

Tobias Troendle

Tobias Troendle

Immobilienmakler · Stuttgart

Der perfekte Tech-Stack für moderne Makler

Der perfekte Tech-Stack für Immobilienmakler besteht aus sieben Bausteinen: CRM, Kundenportal, Immobilienportale, Bewertungstool, Dokumentenmanagement, Buchhaltung und Kommunikation. Für einen Einzelmakler liegt das Budget bei 250 bis 400 Euro pro Monat, für ein kleines Team bei 600 bis 1.000 Euro, für ein großes Büro ab 1.500 Euro. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Tools, sondern deren Integration.

Warum der richtige Tech-Stack über Erfolg entscheidet

Ein Makler ohne funktionierenden Tech-Stack ist wie ein Handwerker ohne Werkzeugkasten. Du kannst auch mit blössen Händen arbeiten, aber du wirst nie so effizient sein wie jemand mit den richtigen Werkzeugen.

Die Zahlen sind eindeutig:

  • Makler mit integriertem Tech-Stack schließen im Schnitt 28 Prozent mehr Transaktionen ab
  • Die durchschnittliche Abwicklungszeit sinkt um 35 Prozent
  • Die Kundenzufriedenheit steigt messbar (NPS +22 Punkte)
  • Die Arbeitszeit für Verwaltung sinkt von 60 auf 30 Prozent

Das Problem: Die meisten Makler haben keinen Stack, sondern einen Haufen isolierter Tools. Das CRM spricht nicht mit dem Portaltool, die E-Mails laufen getrennt vom Dokumentenmanagement, die Buchhaltung ist eine eigene Insel. Das Ergebnis: Doppelte Dateneingabe, verlorene Informationen und Frustration.

Baustein 1: CRM (Customer Relationship Management)

Das CRM ist das Fundament. Hier laufen alle Kontakte, Objekte, Aktivitäten und Pipeline-Daten zusammen. Ohne CRM ist jedes andere Tool wertlos.

Beste Wahl: Propstack

  • Preis: Ab 79 Euro pro Monat und Nutzer
  • Stärken: Moderne Oberfläche, starke API, gute Automatisierungen, schnelle Weiterentwicklung
  • Integrationen: ImmoScout24, Immowelt, Zapier, diverse E-Mail-Anbieter
  • Ideal für: Solo-Makler und Teams bis 10 Personen

Alternative: OnOffice

  • Preis: Ab 49,90 Euro pro Monat und Nutzer
  • Stärken: Marktführer, extrem umfangreich, viele Schnittstellen
  • Integrationen: Nahezu alle relevanten Immobilien-Tools
  • Ideal für: Große Büros mit komplexen Anforderungen

Budget-Alternative: FlowFact

  • Preis: Ab 39 Euro pro Monat und Nutzer
  • Stärken: Günstiger Einstieg, solide Grundfunktionen
  • Ideal für: Einsteiger mit begrenztem Budget

Einen detaillierten Vergleich aller CRM-Optionen findest du in unserem Immobilien-CRM-Vergleich.

Baustein 2: Kundenportal und Transaktionsmanagement

Hier entscheidet sich, ob du professionell wirkst oder wie jeder andere Makler. Ein Kundenportal gibt Käufern und Verkäufern einen zentralen Anlaufpunkt während der gesamten Transaktion.

Beste Wahl: Portalist

  • Preis: Ab 49 Euro pro Monat
  • Stärken: White-Label-Portal im eigenen Branding, strukturierte Kaufabwicklung, Dokumentenfreigabe, automatische Statusupdates, einfache Einrichtung
  • Integrationen: CRM-Anbindung, E-Mail-Benachrichtigungen
  • Ideal für: Jeden Makler, der professionell abwickeln will

Alternative: Eigenbau

  • Preis: 3.000 bis 10.000 Euro Entwicklung, plus Hosting
  • Stärken: Volle Anpassbarkeit
  • Schwächen: Teür, wartungsintensiv, lange Entwicklungszeit
  • Ideal für: Niemanden (in 95 Prozent der Fälle ist eine SaaS-Lösung sinnvoller)

Alternative: E-Mail plus Cloud-Ordner

  • Preis: Fast kostenlos
  • Stärken: Keine Einrichtung nötig
  • Schwächen: Unprofessionell, unübersichtlich, kein Tracking, keine Statusübersicht
  • Ideal für: Wenn du maximal 2 Transaktionen pro Jahr hast

Warum ein Kundenportal für Immobilienmakler mittlerweile Standard sein sollte, erklären wir ausführlich im verlinkten Artikel.

Baustein 3: Immobilienportale und Marketing

Die Kanäle, über die du Objekte vermarktest und Käufer erreichst.

Pflicht: ImmoScout24

  • Preis: Ab 89 Euro pro Monat (Regional)
  • Marktführer mit der höchsten Reichweite. Kein Weg dran vorbei.

Empfohlen: Immowelt

  • Preis: Ab 59 Euro pro Monat
  • Starke Ergänzung, besonders in Süddeutschland und Österreich.

Optional: Immonet, Kleinanzeigen, nebenan.de

  • Preis: Variabel
  • Je nach Region und Zielgruppe sinnvoll als dritter Kanal.

Social Media

  • Preis: 0 Euro (organisch) bis 500+ Euro (Ads)
  • Instagram und Facebook für Eigentümer-Akquise. LinkedIn für Netzwerk und Positionierung. Nicht alles auf einmal, starte mit einem Kanal.

Baustein 4: Bewertungstools

Ohne belastbare Bewertung kein überzeugender Auftritt beim Eigentümer.

Beste Wahl: Sprengnetter

  • Preis: Ab 39 Euro pro Monat
  • Stärken: Marktstandard, anerkannt bei Banken und Gerichten, breite Datenbasis
  • Ideal für: Jeden Makler als Basiswerkzeug

Premium-Wahl: PriceHubble

  • Preis: Ab 99 Euro pro Monat
  • Stärken: KI-gestützt, schöne Kundenreports, Preisprognosen, moderne API
  • Ideal für: Makler, die Bewertungen auch als Marketing-Tool nutzen

Kostenlose Alternativen

  • Homeday Preisatlas, ImmoScout Preiskompass, Scoperty
  • Nur für grobe Orientierung geeignet, nicht für professionelle Bewertungen

Wie KI die Immobilienbewertung verändert und welche Tools sich lohnen, erklären wir in unserem Artikel KI für Immobilienmakler.

Baustein 5: Dokumentenmanagement

Alle Dokumente zentral, digital, strukturiert und jederzeit abrufbar.

Beste Wahl: Google Workspace

  • Preis: Ab 6,80 Euro pro Monat und Nutzer
  • Stärken: Google Drive, Docs, Sheets, Calendar in einem Paket. Einfach, zuverlässig, gute Zusammenarbeit.
  • Ideal für: Solo-Makler und kleine Teams

Alternative: Microsoft 365

  • Preis: Ab 5,60 Euro pro Monat und Nutzer
  • Stärken: OneDrive, Word, Excel, Outlook. Vertraut für viele, starke Desktop-Apps.
  • Ideal für: Makler, die Office-Anwendungen bevorzugen

Für Unterschriften: DocuSign

  • Preis: Ab 25 Euro pro Monat
  • Stärken: Rechtssichere digitale Unterschriften, viele Integrationen
  • Ideal für: Maklerverträge, Reservierungsvereinbarungen, Datenschutzerklärungen

Ordnerstruktur-Empfehlung

/[Jahr]
  /[Objektname oder Adresse]
    /01-Akquise (Eigentümervertrag, Vollmacht)
    /02-Objekt (Grundbuch, Energieausweis, Grundriss, Fotos)
    /03-Vermarktung (Expose, Inserate)
    /04-Interessenten (Anfragen, Selbstauskünfte)
    /05-Kaufvertrag (Entwurf, Unterschriebener Vertrag)
    /06-Abwicklung (Übergabeprotokoll, Rechnungen)

Baustein 6: Buchhaltung und Finanzen

Beste Wahl: sevDesk

  • Preis: Ab 17,90 Euro pro Monat
  • Stärken: DATEV-Export, automatische Belegerkennung, UStVA, einfache Rechnungserstellung
  • Ideal für: Solo-Makler und kleine Unternehmen

Alternative: lexoffice

  • Preis: Ab 7,90 Euro pro Monat
  • Stärken: Günstiger Einstieg, solide Grundfunktionen, Banking-Integration
  • Ideal für: Budget-bewusste Makler

Alternative: DATEV Unternehmen online

  • Preis: Ab 40 Euro pro Monat
  • Stärken: Nahtlose Zusammenarbeit mit dem Steürberater, Standard in der DACH-Region
  • Ideal für: Grössere Büros mit Steürberater-Anbindung

Tipp zur Rechnungsstellung

Erstelle eine Rechnungsvorlage für Provisionen mit allen rechtlichen Pflichtangaben. Automatisiere die Rechnungserstellung, soweit möglich. sevDesk und lexoffice bieten Vorlagen für Maklerprovisionen.

Baustein 7: Kommunikation

E-Mail: Google Workspace oder Microsoft 365

Bereits in Baustein 5 enthalten. Eigene Domain verwenden (name@deinefirma.de), nicht Gmail oder GMX.

E-Mail-Marketing: MailerLite

  • Preis: Kostenlos bis 1.000 Kontakte
  • Stärken: EU-Server, DSGVO-konform, einfache Automatisierungen, günstig
  • Ideal für: Newsletter, Marktberichte, Lead-Nurturing

Telefonie: Sipgate

  • Preis: Ab 12,95 Euro pro Monat
  • Stärken: VoIP, Anrufweiterleitung, Voicemail-to-Email, mehrere Nummern
  • Ideal für: Professionelle Erreichbarkeit ohne zweites Handy

Terminbuchung: Calendly oder Cal.com

  • Preis: Kostenlos (Basis) bis 12 Euro pro Monat
  • Stärken: Kunden buchen selbst Termine, keine Telefon-Ping-Pong
  • Ideal für: Bewertungstermine, Erstgespräche

Drei komplette Stack-Empfehlungen

Stack 1: Solo-Makler (Budget: 250 bis 400 Euro pro Monat)

BausteinToolMonatliche Kosten
CRMPropstack Starter79 Euro
KundenportalPortalist49 Euro
ImmobilienportalImmoScout24 Regional89 Euro
BewertungSprengnetter Basis39 Euro
DokumenteGoogle Workspace6,80 Euro
Buchhaltunglexoffice7,90 Euro
E-Mail-MarketingMailerLite Free0 Euro
TermineCalendly Free0 Euro
Gesamt270,70 Euro

Stärken: Solide Basis, alles abgedeckt, überschaubare Kosten. Schwächen: Wenige Automatisierungen, manülle Datenübertragung zwischen einigen Tools.

Stack 2: Kleines Team (2 bis 5 Personen, Budget: 600 bis 1.000 Euro pro Monat)

BausteinToolMonatliche Kosten
CRMPropstack Team (3 Nutzer)237 Euro
KundenportalPortalist49 Euro
ImmobilienportaleImmoScout + Immowelt210 Euro
BewertungPriceHubble99 Euro
DokumenteGoogle Workspace (3 Nutzer)20,40 Euro
UnterschriftenDocuSign25 Euro
BuchhaltungsevDesk17,90 Euro
E-Mail-MarketingMailerLite Growing19 Euro
TelefonieSipgate Team38,85 Euro
TermineCal.com12 Euro
AutomatisierungZapier Starter19,99 Euro
Gesamt748,14 Euro

Stärken: Professioneller Auftritt, Team-fähig, erste Automatisierungen, gute Kundenreports durch PriceHubble. Schwächen: Höhere Fixkosten, mehr Tools bedeuten mehr Einarbeitungszeit.

Stack 3: Großes Büro (6+ Personen, Budget: 1.500+ Euro pro Monat)

BausteinToolMonatliche Kosten
CRMOnOffice Enterprise (6 Nutzer)ab 500 Euro
KundenportalPortalist49 Euro
ImmobilienportaleImmoScout Premium + Immowelt + Immonetab 500 Euro
BewertungSprengnetter + PriceHubble138 Euro
DokumenteMicrosoft 365 Business (6 Nutzer)75,60 Euro
UnterschriftenDocuSign Business40 Euro
BuchhaltungDATEV Unternehmen online40 Euro
E-Mail-MarketingBrevo Business49 Euro
TelefonieSipgate Teamab 77,70 Euro
TermineCalendly Teams48 Euro
AutomatisierungMake Pro29 Euro
Gesamtab 1.546,30 Euro

Stärken: Volle Skalierbarkeit, maximale Integrationen, professionelles Auftreten auf Enterprise-Niveau. Schwächen: Hohe Fixkosten, komplexe Einrichtung, braucht einen internen "Tech-Verantwortlichen".

Integration: Wie die Tools miteinander sprechen

Ein Stack ist nur so gut wie seine Verbindungen. Hier die wichtigsten Integrationen:

CRM als Zentrale

Dein CRM muss mit allem verbunden sein:

  • CRM zu Portalen: Objekte aus dem CRM automatisch auf ImmoScout/Immowelt veröffentlichen
  • CRM zu E-Mail: Kontakte automatisch in E-Mail-Listen einpflegen
  • CRM zu Kundenportal: Transaktionsdaten automatisch ins Kundenportal übertragen
  • CRM zu Buchhaltung: Abgeschlossene Deals automatisch als Rechnung anlegen

Automatisierungstools als Brücke

Für Verbindungen, die nicht nativ existieren:

  • Zapier: Einfach zu bedienen, viele Integrationen, aber teurer bei hohem Volumen
  • Make (ehemals Integromat): Günstiger, mächtigere Workflows, etwas komplexer
  • n8n: Open Source, selbst gehostet, maximale Kontrolle (nur für Technik-affine)

Praxis-Beispiel: Automatisierter Workflow

  1. Neüs Objekt im CRM angelegt
  2. Zapier erstellt automatisch Ordnerstruktur in Google Drive
  3. Objekt wird automatisch auf ImmoScout veröffentlicht
  4. Portalist-Portal für den Eigentümer wird erstellt
  5. Eigentümer erhält automatische E-Mail mit Portal-Zugang

Dieser Workflow spart pro Objekt 45 bis 60 Minuten manüller Arbeit.

Einen vollständigen Überblick über alle Software-Optionen für Makler findest du in unserem ehrlichen Vergleich.

Häufige Fehler beim Tech-Stack-Aufbau

Fehler 1: Das teürste Tool in jeder Kategorie kaufen

Teure Tools sind nicht automatisch besser für dich. Ein Einzelmakler braucht kein OnOffice Enterprise. Starte schlank und upgrade bei Bedarf.

Fehler 2: Keine Integrationen prüfen

Bevor du ein Tool kaufst, prüfe: Gibt es eine API? Gibt es Zapier-Integrationen? Spricht es mit meinem CRM? Isolierte Tools verursachen Mehrarbeit statt sie zu reduzieren.

Fehler 3: Alles auf einmal einführen

Ein Tool pro Monat. Maximal. Führe zürst das CRM ein, dann Portale, dann Bewertung, dann den Rest. Die richtige Reihenfolge findest du in unserem Guide zur Digitalisierung für Makler.

Fehler 4: Keine Schulung des Teams

Wenn du ein Team hast: Buche für jedes neü Tool eine Schulung. Die Investition zahlt sich hundertfach aus. Ein ungenutztes Tool ist weggeworfenes Geld.

Fazit

Der perfekte Tech-Stack ist kein starres Konstrukt, sondern wächst mit dir und deinem Geschäft. Starte mit den Basics: CRM, ein Immobilienportal, ein Bewertungstool und ein Kundenportal. Das sind vier Tools für rund 260 Euro pro Monat, die deine Arbeit fundamental verbessern. Erweitere dann schrittweise um Buchhaltung, E-Mail-Marketing und Automatisierungen. Achte bei jedem neün Tool darauf, dass es sich in deinen bestehenden Stack integriert. Und vergiss nicht: Die beste Technologie nützt nichts, wenn du sie nicht konseqünt einsetzt. Lieber vier Tools richtig nutzen als zehn Tools halb.

Tobias Troendle

Geschrieben von

Tobias Troendle

Immobilienmakler in Stuttgart und Gründer von Portalist. Ich schreibe über Digitalisierung, Kundenportale und alles, was Maklern hilft, professioneller zu arbeiten.

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