Die beste Makler-Software gibt es nicht. Es gibt die beste Kombination für deine Situation. Einzelmakler brauchen andere Tools als Teams mit zehn Mitarbeitern. In diesem Vergleich bewerte ich die wichtigsten Software-Kategorien für Immobilienmakler ehrlich – mit Stärken, Schwächen und konkreten Preisen. Kein Marketing-Sprech, keine bezahlten Rankings.
Warum ein Software-Vergleich für Makler überfällig ist
Die meisten "Vergleiche" im Netz sind gesponsert. Der Gewinner hat am meisten gezahlt. Das hilft dir nicht weiter. Als Makler habe ich selbst dutzende Tools getestet, bin auf die Nase gefallen und habe Geld verbrannt. Diesen Erfahrungsschatz packe ich hier rein.
Eine grundlegende Übersicht, welche Kategorien du überhaupt brauchst, findest du in unserem Artikel zum perfekten Makler-Tech-Stack.
Kategorie 1: CRM-Systeme
Das CRM ist das Herzstuck deines Geschäfts. Hier laufen alle Kontakte, Objekte und Aktivitäten zusammen.
Propstack
- Preis: Ab 79 Euro pro Monat und Nutzer
- Stärken: Intuitive Oberfläche, starke Automatisierungen, gute API, modernes Design
- Schwächen: Relativ jung, weniger Integrationen als OnOffice, kein eigenes Portaltool
- Ideal für: Moderne Makler und kleine Teams, die Wert auf Bedienbarkeit legen
OnOffice
- Preis: Ab 49,90 Euro pro Monat und Nutzer (Basisversion)
- Stärken: Marktführer in Deutschland, sehr umfangreich, viele Schnittstellen
- Schwächen: Veraltete Oberfläche, steile Lernkurve, Customizing oft teür
- Ideal für: Grössere Büros mit komplexen Anforderungen und bestehendem OnOffice-Know-how
FlowFact (Immobilien)
- Preis: Ab 39 Euro pro Monat und Nutzer
- Stärken: Günstiger Einstieg, solide Grundfunktionen
- Schwächen: Begrenzte Automatisierungen, weniger modern, Reporting ausbaufähig
- Ideal für: Einzelmakler mit begrenztem Budget
Mein Fazit zum CRM
Propstack, wenn du modern und automatisiert arbeiten willst. OnOffice, wenn du ein großes Team hast und die Umstellungskosten scheust. Einen ausführlichen CRM-Vergleich findest du in unserem separaten Artikel zum Thema Immobilien-CRM im Vergleich.
Kategorie 2: Kundenportale und Kommunikation
Hier geht es um die Frage: Wie kommunizierst du mit Käufern, Verkäufern und anderen Beteiligten während der Transaktion?
Portalist
- Preis: Ab 49 Euro pro Monat
- Stärken: Eigenes Kundenportal im eigenen Branding, strukturierte Kaufabwicklung, Dokumentenfreigabe, Statusupdates für alle Parteien, schnelle Einrichtung
- Schwächen: Fokus auf Kaufabwicklung (kein vollständiges CRM)
- Ideal für: Makler, die ihre Kaufabwicklung professionalisieren und Kunden einen Premium-Eindruck bieten wollen
E-Mail (klassisch)
- Preis: Kostenlos bis günstig
- Stärken: Jeder kennt es, keine Einarbeitung
- Schwächen: Unübersichtlich bei mehreren Beteiligten, keine Statusübersicht, Dokumente gehen unter, kein Tracking
- Ideal für: Niemanden, der professionell arbeiten will
Die Frage ist nicht ob, sondern wann du ein Kundenportal als Makler einführst. Der Wettbewerbsvorteil ist messbar.
Kategorie 3: Immobilienportale und Marketing
ImmoScout24
- Preis: Ab 89 Euro pro Monat (Regional), Premium ab 299 Euro
- Stärken: Marktführer, höchste Reichweite, starke Lead-Generierung
- Schwächen: Teür, zunehmend auch Privatanbieter, Lead-Qualität sinkt bei hoher Konkurrenz
- Ideal für: Jeden Makler als Pflicht-Kanal
Immowelt
- Preis: Ab 59 Euro pro Monat
- Stärken: Gute Ergänzung zu ImmoScout, regional stark (besonders Süddeutschland)
- Schwächen: Geringere Reichweite als ImmoScout
- Ideal für: Makler in Süddeutschland als Zweitportal
Social Media Marketing
- Preis: Variabel (Ads ab 5 Euro pro Tag)
- Stärken: Eigentümer-Akquise, Markenaufbau, lokale Sichtbarkeit
- Schwächen: Zeitaufwendig, erfordert Content-Kompetenz
- Ideal für: Makler, die in die eigene Marke investieren wollen
Kategorie 4: Bewertungstools
Sprengnetter
- Preis: Ab 39 Euro pro Monat
- Stärken: Marktstandard in Deutschland, anerkannt bei Banken und Gerichten, umfangreiche Datenbank
- Schwächen: Oberfläche gewöhnungsbeduerftig, nicht besonders modern
- Ideal für: Makler, die fundierte, anerkannte Bewertungen brauchen
PriceHubble
- Preis: Ab 99 Euro pro Monat
- Stärken: KI-gestützt, moderne Oberfläche, schöne Visualisierungen für Kunden, Marktberichte
- Schwächen: Teurer, in Deutschland noch weniger etabliert als Sprengnetter
- Ideal für: Makler, die Bewertungen als Marketing-Tool einsetzen wollen
Homeday Preisatlas / ImmoScout Preiskompass
- Preis: Kostenlos
- Stärken: Schnelle Ersteinschätzung, keine Kosten
- Schwächen: Geringe Genauigkeit, nicht für professionelle Bewertungen geeignet
- Ideal für: Grobe Orientierung, nicht als alleinige Grundlage
Kategorie 5: Dokumentenmanagement
DocuSign
- Preis: Ab 25 Euro pro Monat
- Stärken: Marktführer digitale Unterschriften, rechtssicher, viele Integrationen
- Schwächen: Für reine Immobiliennutzung überdimensioniert, englischsprachiger Support
- Ideal für: Makler mit vielen Verträgen und internationalem Geschäft
PandaDoc
- Preis: Ab 19 Euro pro Monat
- Stärken: Dokumentenerstellung plus Unterschrift, gute Templates
- Schwächen: Weniger Immobilien-spezifisch
- Ideal für: Makler, die Angebote und Verträge digitalisieren wollen
Portalist (Dokumentenbereich)
- Preis: Im Portalist-Abo enthalten
- Stärken: Dokumentenfreigabe im Kundenportal-Kontext, Käufer und Verkäufer sehen relevante Dokumente
- Schwächen: Keine Volltexterstellung oder digitale Unterschrift
- Ideal für: Dokumentenbereitstellung innerhalb der Kaufabwicklung
Kategorie 6: E-Mail-Marketing
Mailchimp
- Preis: Kostenlos bis 500 Kontakte, danach ab 13 Euro pro Monat
- Stärken: Einfach, viele Templates, gute Zustellraten
- Schwächen: DSGVO-Compliance erfordert Aufmerksamkeit (US-Server)
- Ideal für: Einstieg ins E-Mail-Marketing
MailerLite
- Preis: Kostenlos bis 1.000 Kontakte, danach ab 9 Euro pro Monat
- Stärken: EU-Server, DSGVO-konform, einfache Automatisierungen, günstiger
- Schwächen: Weniger Integrationen als Mailchimp
- Ideal für: DSGVO-bewusste Makler mit Budget-Fokus
Brevo (ehemals Sendinblue)
- Preis: Kostenlos bis 300 E-Mails pro Tag, danach ab 19 Euro pro Monat
- Stärken: EU-Anbieter, SMS-Integration, CRM-Funktionen inklusive
- Schwächen: E-Mail-Design weniger flexibel
- Ideal für: Makler, die E-Mail und SMS kombinieren wollen
Der ideale Tech-Stack nach Bürogrösse
Einzelmakler (Budget: 200 bis 350 Euro pro Monat)
| Kategorie | Empfehlung | Kosten |
|---|---|---|
| CRM | Propstack Starter | 79 Euro |
| Portal | ImmoScout Regional | 89 Euro |
| Bewertung | Sprengnetter Basis | 39 Euro |
| Kundenportal | Portalist | 49 Euro |
| MailerLite | 0 Euro | |
| Gesamt | 256 Euro |
Kleines Team (2 bis 5 Personen, Budget: 500 bis 900 Euro pro Monat)
| Kategorie | Empfehlung | Kosten |
|---|---|---|
| CRM | Propstack Team (3 Nutzer) | 237 Euro |
| Portale | ImmoScout + Immowelt | 210 Euro |
| Bewertung | PriceHubble | 99 Euro |
| Kundenportal | Portalist | 49 Euro |
| MailerLite Growing | 19 Euro | |
| Dokumente | DocuSign | 25 Euro |
| Gesamt | 639 Euro |
Großes Büro (6+ Personen, Budget: 1.500+ Euro pro Monat)
| Kategorie | Empfehlung | Kosten |
|---|---|---|
| CRM | OnOffice Enterprise | ab 500 Euro |
| Portale | ImmoScout Premium + Immowelt + Immonet | ab 450 Euro |
| Bewertung | Sprengnetter + PriceHubble | 138 Euro |
| Kundenportal | Portalist | 49 Euro |
| Brevo Business | 49 Euro | |
| Dokumente | DocuSign Business | 40 Euro |
| Automatisierung | Zapier / Make | ab 20 Euro |
| Gesamt | ab 1.246 Euro |
Häufige Fehler beim Software-Kauf
Fehler 1: Alles auf einmal einführen
Die grösste Falle. Du kaufst fünf Tools gleichzeitig, nutzt keines richtig und kündigst frustriert nach drei Monaten. Führe ein Tool pro Monat ein. Starte mit dem CRM.
Fehler 2: Features statt Workflow denken
Es geht nicht darum, welches Tool die meisten Features hat. Es geht darum, welches Tool in deinen Arbeitsablauf passt. Ein CRM mit 200 Funktionen ist wertlos, wenn du nur 10 davon nutzt.
Fehler 3: Keine Integrationen prüfen
Bevor du kaufst: Prüfen, ob das Tool mit deinen bestehenden Systemen spricht. API-Schnittstellen, Zapier-Integrationen, direkte Anbindungen. Inseln von Daten sind teür.
Fehler 4: Schulung unterschätzen
Plan für jedes neü Tool mindestens eine Woche Einarbeitung ein. Bei Team-Tools: Schulung für alle, nicht nur für dich. Ohne Adoption ist die beste Software Geldverschwendung.
Wie du deine Digitalisierung als Makler Schritt für Schritt angehst, ohne dich zu verzetteln, erklären wir in unserem Einstiegs-Guide.
Was ich persönlich nutze
Transparenz halber: Ich arbeite selbst mit Propstack als CRM und habe Portalist mitentwickelt, weil ich kein Tool gefunden habe, das die Kaufabwicklung so abbildet, wie ich sie mir vorstelle. ImmoScout ist Pflicht, Sprengnetter Basis für Bewertungen, MailerLite für Newsletter.
Mein Stack kostet rund 280 Euro pro Monat und deckt 95 Prozent meiner Beduerfnisse ab. Die restlichen 5 Prozent lösche ich mit Workflow-Automatisierungen.
Fazit
Die beste Makler-Software ist die, die du tatsächlich nutzt. Starte schlank mit einem guten CRM, einem Immobilienportal und einem Kundenportal. Erweitere von dort aus, basierend auf echtem Bedarf, nicht auf Feature-Listen. Prüfe Integrationen vor dem Kauf, plane Einarbeitungszeit ein und führe niemals mehr als ein Tool pro Monat ein. So baust du dir einen Tech-Stack auf, der wirklich funktioniert.



