Guide·5 Min Lesezeit

Kaufabwicklung: Der 16-Schritte-Guide für Makler

Vom Kaufangebot bis zur Schlüsselübergabe: Der vollständige Guide zur 16-Schritte-Kaufabwicklung für Immobilienmakler.

Tobias Troendle

Tobias Troendle

Immobilienmakler · Stuttgart

Die Kaufabwicklung ist der Teil des Maklergeschäfts, der am meisten Zeit frisst – und am wenigsten sichtbar ist. Käufer und Verkäufer wissen oft nicht, wo sie gerade stehen. Und du verbringst Stunden damit, denselben Status per Telefon oder E-Mail weiterzugeben.

Warum die Kaufabwicklung so viel Reibung erzeugt

Das Problem ist strukturell. Zwischen Kaufangebot und Schlüsselübergabe liegen im Schnitt 10 bis 14 Wochen. In dieser Zeit wechseln Dokumente die Hand, Behörden reagieren langsam, Notare haben volle Kalender. Der Makler steht in der Mitte – und wird von beiden Seiten regelmäßig nach dem aktuellen Stand gefragt.

Das ist kein Zeichen mangelnder Professionalität. Es ist die logische Konsequenz eines Prozesses, der für Außenstehende eine Blackbox ist. Die Lösung liegt nicht in mehr Erreichbarkeit, sondern in mehr Transparenz.

Hier sind die 16 Schritte der Kaufabwicklung – mit konkreten Hinweisen, was in jedem Schritt zu tun ist und worauf du achten solltest.

Schritt 1 bis 4: Die Einigung absichern

Schritt 1: Kaufangebot einholen Sobald ein Käufer ernsthaftes Interesse zeigt, brauchst du ein schriftliches Kaufangebot. Mündliche Zusagen sind wertlos. Das Angebot sollte Kaufpreis, Übergabetermin und eventuelle Bedingungen enthalten.

Schritt 2: Finanzierungsnachweis anfordern Bevor du den Verkäufer informierst, prüfe die Finanzierung. Eine Finanzierungsbestätigung der Bank – kein Vorbehalt, kein „in Prüfung" – ist der Mindeststandard. Ohne sie riskierst du, andere Interessenten abzuschrecken, und der Deal platzt trotzdem.

Schritt 3: Verkäufer informieren und Angebot abstimmen Präsentiere das Angebot mit allen relevanten Infos: Kaufpreis, Käuferprofil, Finanzierungsstatus, Wunschtermin. Der Verkäufer entscheidet – nicht du.

Schritt 4: Kaufpreiseinigung dokumentieren Sobald beide Seiten sich einig sind, halte das schriftlich fest. Eine formlose Einigungsbestätigung reicht, solange alle Konditionen klar sind. Das ist die Grundlage für den Notarvertrag.

Schritt 5 bis 8: Notar und Unterlagen

Schritt 5: Notar beauftragen In Deutschland wählt in der Regel der Käufer den Notar. Deine Aufgabe: Kontaktdaten von beiden Seiten weiterleiten und sicherstellen, dass alle relevanten Unterlagen beim Notar ankommen.

Schritt 6: Unterlagen zusammenstellen Hier verlieren die meisten Makler Zeit. Grundbuchauszug, Flurkarte, Energieausweis, Teilungserklärung (bei Eigentumswohnungen), Protokolle der Eigentümerversammlung, Nebenkostenabrechnungen – die Liste ist lang. Je früher du anfängst, desto besser.

Schritt 7: Kaufvertragsentwurf prüfen Der Notar schickt einen Entwurf. Beide Parteien haben das Recht, diesen mindestens zwei Wochen vor Beurkundung zu erhalten. Geh den Entwurf mit beiden Seiten durch und kläre offene Fragen, bevor der Termin steht.

Schritt 8: Notartermin koordinieren Terminfindung mit Notar, Käufer, Verkäufer – und manchmal noch Bankvertretern oder Bevollmächtigten. Das klingt simpel, kostet in der Praxis erstaunlich viel Hin und Her. Klare Kommunikation und feste Fristen helfen.

Schritt 9 bis 12: Beurkundung und Behördengänge

Schritt 9: Beurkundung Der eigentliche Notartermin dauert oft nur eine Stunde. Aber er ist das Herzstück der Transaktion. Danach ist der Kaufvertrag rechtsgültig – auch wenn der Kaufpreis noch nicht geflossen ist.

Schritt 10: Vorkaufsrecht prüfen lassen Der Notar beantragt bei der Gemeinde eine Erklärung, ob ein Vorkaufsrecht besteht. Das kann zwei bis acht Wochen dauern, je nach Gemeinde und Auslastung. Hier hast du als Makler keinen Einfluss – aber du kannst den Status im Blick behalten und beide Parteien informieren.

Schritt 11: Grunderwerbsteuer und Finanzierungsunterlagen Nach der Beurkundung schickt das Finanzamt den Grunderwerbsteuerbescheid. Erst wenn dieser bezahlt ist, stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus – ohne die keine Eigentumsumschreibung möglich ist. Parallel muss die Bank des Käufers die Finanzierungsunterlagen beim Notar einreichen.

Schritt 12: Auflassungsvormerkung im Grundbuch Der Notar beantragt die Auflassungsvormerkung, die den Käufer im Grundbuch schützt. Damit ist sichergestellt, dass der Verkäufer die Immobilie in der Zwischenzeit nicht anderweitig veräußern kann.

Schritt 13 bis 16: Kaufpreiszahlung und Übergabe

Schritt 13: Kaufpreisfälligkeitsmitteilung Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind – Auflassungsvormerkung, Löschungsbewilligungen bestehender Grundschulden, ggf. Genehmigungen –, schickt der Notar die Fälligkeitsmitteilung. Erst dann zahlt der Käufer.

Schritt 14: Kaufpreiszahlung Der Käufer überweist den Kaufpreis direkt an den Verkäufer (oder an ein Notaranderkonto, wenn das vereinbart wurde). Das ist der Moment, auf den beide Seiten monatelang gewartet haben.

Schritt 15: Eigentumsumschreibung im Grundbuch Nach Zahlungseingang und Unbedenklichkeitsbescheinigung veranlasst der Notar die Umschreibung im Grundbuch. Der Käufer ist jetzt offiziell Eigentümer – auch wenn er die Schlüssel vielleicht noch nicht hat.

Schritt 16: Schlüsselübergabe und Übergabeprotokoll Der letzte Schritt: Übergabe der Immobilie, Zählerstände dokumentieren, Protokoll erstellen. Hier endet deine operative Aufgabe als Makler.

Wo Makler am meisten Zeit verlieren

Der kritische Pfad liegt in Schritt 6 bis 12. Unterlagen fehlen, Behörden reagieren langsam, eine Seite ist nicht erreichbar. Das zieht sich.

Was hilft: Klare Aufgabenpakete für beide Parteien, frühzeitiger Start mit der Unterlagensammlung und ein System, das alle Beteiligten über den aktuellen Stand informiert – ohne dass du dafür ständig zum Telefon greifen musst.

Genau dafür habe ich Portalist entwickelt. Die digitale Kaufabwicklung bildet alle 16 Schritte in einem gebrandeten Portal ab, das Käufer und Verkäufer in Echtzeit sehen können. Kein „Wo stehen wir gerade?" mehr. Kein Status-Update per E-Mail. Beide Seiten sehen denselben Stand – transparent, strukturiert, professionell.

Was Transparenz mit der Kundenzufriedenheit macht

Ich habe in Stuttgart Dutzende Transaktionen begleitet. Was ich gelernt habe: Die Zufriedenheit der Beteiligten hängt weniger vom Ergebnis ab als vom Gefühl, informiert zu sein. Wer weiß, dass Schritt 10 läuft und Schritt 11 als Nächstes kommt, ist geduldiger. Wer im Dunkeln tappt, ruft an.

Das ist kein nettes Extra. Es ist ein echter Wettbewerbsvorteil. Wer Transparenz liefert, bekommt Weiterempfehlungen. Und Weiterempfehlungen sind immer noch die günstigste Akquise, die ein Makler haben kann.

Der Unterschied zwischen gut und professionell

Die 16 Schritte kennst du. Die Herausforderung ist nicht das Wissen – es ist die Kommunikation auf dem Weg dahin. Wer den Prozess für alle Beteiligten sichtbar macht, reduziert Rückfragen, stärkt das Vertrauen und hebt sich von Maklern ab, die Kaufabwicklung als notwendiges Übel behandeln.

Wenn du noch keine strukturierte Lösung für deine Kaufabwicklung hast, lohnt sich ein Blick auf das, was heute technisch möglich ist – ohne monatelange Einführungsprojekte oder komplexe Software.

Tobias Troendle

Geschrieben von

Tobias Troendle

Immobilienmakler in Stuttgart und Gründer von Portalist. Ich schreibe über Digitalisierung, Kundenportale und alles, was Maklern hilft, professioneller zu arbeiten.

Alle Artikel von Tobias

Bereit für dein erstes Kundenportal?

Erstelle gebrandete Portale in Minuten. Kostenlos starten, keine Kreditkarte nötig.

Kostenlos starten
    Kaufabwicklung: Der 16-Schritte-Guide für Makler | Portalist