Prozesse·10 Min Lesezeit

5 Makler-Workflows, die du heute automatisieren kannst

5 konkrete Makler-Workflows mit Automatisierungspotenzial: Lead-Follow-up, Dokumentensammlung, Statusupdates, Termine und Reporting im Vorher-Nachher-Vergleich.

Tobias Troendle

Tobias Troendle

Immobilienmakler · Stuttgart

5 Makler-Workflows, die du heute automatisieren kannst

Die fünf Workflows mit dem grössten Automatisierungspotenzial für Immobilienmakler sind: Lead-Follow-up nach Anfragen, Dokumentensammlung beim Verkäufer, Statusupdates an Käufer und Verkäufer, Terminkoordination für Besichtigungen und Notartermine sowie monatliches Reporting. Zusammen fressen diese fünf Prozesse bei manüller Bearbeitung 15 bis 25 Stunden pro Woche -- automatisiert sind es 2 bis 5 Stunden.

Warum Automatisierung für Makler kein Luxus mehr ist

Der deutsche Immobilienmarkt hat sich seit 2022 fundamental verändert. Die Zeiten, in denen Objekte sich von selbst verkauften, sind vorbei. Käufer sind wählerischer, Verkäufer brauchen länger, die Margen sind duenner. In diesem Umfeld gewinnt nicht der Makler mit den meisten Objekten -- sondern der mit den effizientesten Prozessen.

Automatisierung bedeutet nicht, dass du durch eine Maschine ersetzt wirst. Es bedeutet, dass du repetitive Tätigkeiten an Software abgibst und deine Zeit für das nutzt, was nur du kannst: Beziehungen aufbaün, verhandeln, beraten.

Laut einer Bitkom-Studie von 2025 nutzen erst 23 % der deutschen Immobilienmakler Workflow-Automatisierung in ihrem Tagesgeschäft. Das ist deine Chance: Wer jetzt automatisiert, hat einen echten Wettbewerbsvorteil.

Workflow 1: Lead-Follow-up nach Anfragen

Das Problem

Ein Interessent schickt eine Anfrage über ImmoScout oder deine Website. Du siehst die E-Mail zwei Stunden später. Bis du antwortest, vergehen drei Stunden. In dieser Zeit hat der Interessent bereits drei andere Makler kontaktiert -- und der erste, der antwortet, gewinnt.

Studien zeigen: Die Wahrscheinlichkeit, einen Lead zu konvertieren, sinkt nach 5 Minuten Reaktionszeit um 80 %. Nach einer Stunde ist sie praktisch null.

Der manülle Ablauf

  1. Anfrage kommt per E-Mail (ImmoScout, Website, Telefon)
  2. Du liest die Anfrage und prüfst, ob das Objekt noch verfügbar ist
  3. Du schreibst manüll eine Antwort mit Expose und Besichtigungstermin-Vorschlägen
  4. Du trägst den Lead in dein CRM ein
  5. Wenn keine Antwort kommt: Du fasst manüll nach (Tag 2, Tag 5, Tag 10)

Zeitaufwand pro Lead: 15 bis 25 Minuten Bei 20 Leads pro Woche: 5 bis 8 Stunden

Der automatisierte Ablauf

  1. Anfrage kommt rein und wird automatisch im CRM erfasst
  2. Sofortige automatische Antwort mit Expose und Kalenderlink für Besichtigungstermin (innerhalb von 60 Sekunden)
  3. Automatische Follow-up-Seqünz: Tag 2 (Erinnerung), Tag 5 (Mehrwert-Content), Tag 10 (letzte Nachfrage)
  4. Du steigst nur ein, wenn der Lead auf die Besichtigung reagiert oder Rückfragen hat

Zeitaufwand pro Lead: 2 bis 5 Minuten (nur bei qualifizierten Leads) Bei 20 Leads pro Woche: 1 bis 2 Stunden

So setzt du es um

  • E-Mail-Tool: Mailerlite, ActiveCampaign oder vergleichbare Anbieter mit Automatisierungs-Workflows
  • CRM: Propstack, onOffice oder Flowfact mit API-Anbindung
  • Kalender: Calendly oder cal.com für Terminbuchung durch den Interessenten
  • Aufwand Einrichtung: 2 bis 4 Stunden einmalig
  • Laufender Aufwand: 30 Minuten pro Woche für Feinjustierung

Mehr zum Thema E-Mail-Kommunikation und warum die meisten Makler hier Zeit verlieren, findest du im Artikel E-Mail-Chaos im Maklerbusiness lösen.

Workflow 2: Dokumentensammlung beim Verkäufer

Das Problem

Du brauchst 8 bis 15 Dokumente vom Verkäufer (vollständige Liste im Artikel Kaufabwicklung digitalisieren). Der Verkäufer schickt drei per E-Mail, vergisst den Rest. Du erinnerst ihn. Er schickt zwei weitere -- aber eins davon ist veraltet. Der Kreislauf wiederholt sich, bis du nach drei Wochen endlich alles zusammen hast.

Der manülle Ablauf

  1. Du erstellst manüll eine Liste fehlender Dokumente
  2. Du schickst die Liste per E-Mail an den Verkäufer
  3. Du prüfst eingehende Dokumente auf Vollständigkeit und Aktualität
  4. Du erinnerst manüll an fehlende Unterlagen (Telefon, E-Mail)
  5. Du leitest Dokumente an den Notar weiter

Zeitaufwand pro Objekt: 3 bis 5 Stunden über den gesamten Prozess Bei 3 aktiven Objekten: 9 bis 15 Stunden pro Monat

Der automatisierte Ablauf

  1. Du erstellst ein Dokumentenportal mit allen benötigten Unterlagen als Checkliste
  2. Der Verkäufer erhält einen Link und lädt Dokumente selbstständig hoch
  3. Automatische Validierung: Dateiformat, Dateigrö, Dokumententyp
  4. Automatische Erinnerungen an fehlende Dokumente (Tag 3, Tag 7, Tag 14)
  5. Automatische Benachrichtigung an dich, wenn alle Dokumente vollständig sind

Zeitaufwand pro Objekt: 30 bis 60 Minuten (Einrichtung + Prüfung) Bei 3 aktiven Objekten: 1,5 bis 3 Stunden pro Monat

So setzt du es um

Mit Portalist erstellst du ein Dokumentenportal in wenigen Minuten. Du definierst, welche Dokumente du brauchst, und dein Verkäufer bekommt einen personalisierten Link zum Hochladen. Keine App-Installation, kein Login-Zwang -- einfach ein Link.

Alternative Lösungen: Google Drive mit Ordnerstruktur (funktioniert, aber ohne automatische Erinnerungen) oder spezialisierte Dokumenten-Management-Systeme (oft zu komplex für den Anwendungsfall).

Workflow 3: Statusupdates an Käufer und Verkäufer

Das Problem

Käufer und Verkäufer wollen wissen, was gerade passiert. Das ist verständlich -- es geht um die grösste Finanztransaktion ihres Lebens. Aber jede Statusanfrage kostet dich 10 bis 15 Minuten: Anruf annehmen, Status recherchieren, Auskunft geben, beruhigen.

Bei einem durchschnittlichen Deal bekommst du 8 bis 12 Statusanfragen -- von jeder Seite. Das sind bis zu 24 Interaktionen, die immer die gleiche Antwort haben: "Wir warten auf X."

Der manülle Ablauf

  1. Käufer oder Verkäufer ruft an oder schreibt eine E-Mail
  2. Du prüfst den aktüllen Stand in deinen Unterlagen
  3. Du gibst mündlich oder schriftlich Auskunft
  4. Du notierst dir, dass du informiert hast (falls du das tust)
  5. Drei Tage später: die gleiche Frage, der gleiche Ablauf

Zeitaufwand pro Deal: 3 bis 5 Stunden (gesamte Laufzeit) Bei 3 parallelen Deals: 9 bis 15 Stunden pro Monat

Der automatisierte Ablauf

  1. Du aktualisierst den Status im Portal mit einem Klick (30 Sekunden)
  2. Käufer und Verkäufer sehen den Status sofort im Portal
  3. Optionale automatische Benachrichtigung bei Statusänderungen per E-Mail
  4. Käufer und Verkäufer können jederzeit selbst nachschaün -- 24/7

Zeitaufwand pro Deal: 15 bis 30 Minuten (gesamte Laufzeit) Bei 3 parallelen Deals: 45 Minuten bis 1,5 Stunden pro Monat

So setzt du es um

Das Prinzip ist einfach: Ersetze reaktive Kommunikation durch proaktive Transparenz. Statt zu warten, bis jemand fragt, machst du den Status permanent sichtbar.

Ein Kundenportal wie Portalist bietet genau das: Ein Dashboard, auf dem deine Kunden den Fortschritt ihrer Transaktion verfolgen. Du änderst den Status, sie sehen es sofort. Kein Anruf, keine E-Mail, kein Aufwand.

Für einen tieferen Vergleich verschiedener Lösungen schau dir den Makler-Software-Vergleich an.

Workflow 4: Terminkoordination

Das Problem

Einen Besichtigungstermin mit 5 Interessenten zu koordinieren erfordert im Schnitt 8 E-Mails oder Anrufe. Einen Notartermin mit Käufer, Verkäufer und Notar abzustimmen kostet 30 bis 45 Minuten -- häufig über mehrere Tage, weil nie alle gleichzeitig verfügbar sind.

Der manülle Ablauf

  1. Du schlaggerst 2 bis 3 Terminoptionen vor (per E-Mail oder Telefon)
  2. Rückmeldungen treffen asynchron ein
  3. Kein Termin passt für alle -- neü Runde
  4. Termin steht -- du schickst Bestätigungen
  5. Am Vortag: Erinnerungen versenden

Zeitaufwand pro Besichtigung: 20 bis 30 Minuten Koordination Zeitaufwand pro Notartermin: 30 bis 60 Minuten Pro Monat (6 Besichtigungen + 2 Notartermine): 3 bis 5 Stunden

Der automatisierte Ablauf

  1. Du teilst einen Buchungslink mit deinen verfügbaren Zeiten
  2. Interessenten wählen selbst einen Termin
  3. Automatische Bestätigung per E-Mail
  4. Automatische Erinnerung 24 Stunden und 1 Stunde vorher
  5. Bei Absage: automatische Stornierung und Freigabe des Zeitfensters

Zeitaufwand pro Besichtigung: 2 Minuten (Link teilen) Zeitaufwand pro Notartermin: 10 Minuten (da mehrere Parteien) Pro Monat: 30 bis 60 Minuten

So setzt du es um

  • Besichtigungstermine: Calendly, cal.com oder Microsoft Bookings. Erstelle Termintypen ("Besichtigung Musterstraße 12", "Erstgespräch Eigentümer") mit vordefinierten Daürn.
  • Notartermine: Hier ist vollständige Automatisierung selten möglich, weil drei Parteien koordiniert werden müssen. Aber ein Doodle oder Calendly-Gruppenlink reduziert den Aufwand massiv.
  • Erinnerungen: Jedes Kalender-Tool bietet automatische Erinnerungen. Nutze sie -- No-Shows sinken um 40 bis 60 %.

Workflow 5: Monatliches Reporting

Das Problem

Am Monatsende willst du wissen: Wie viele Leads kamen rein? Wie viele Besichtigungen? Wie viele Deals in der Pipeline? Wie ist der Umsatz? Manüll zusammengestellt daürt das Stunden -- und die meisten Makler machen es deshalb gar nicht.

Der manülle Ablauf

  1. Du gehst durch dein E-Mail-Postfach und zählst Anfragen
  2. Du schaust in deinen Kalender und zählst Besichtigungen
  3. Du prüfst deine Deals und deren Status
  4. Du rechnest Provisionen und Umsätze zusammen
  5. Du erstellst eine Zusammenfassung (Excel, Notizblock, Kopf)

Zeitaufwand pro Monat: 2 bis 4 Stunden Qualität: Unvollständig, fehleranfällig, nicht vergleichbar

Der automatisierte Ablauf

  1. Dein CRM erfasst alle Leads, Besichtigungen und Deals automatisch
  2. Am 1. jedes Monats wird automatisch ein Report generiert
  3. Dashboard zeigt Echtzeit-Kennzahlen: Pipeline-Wert, Konversionsrate, Durchlaufzeit
  4. Du schaust 10 Minuten auf die Zahlen und triffst Entscheidungen

Zeitaufwand pro Monat: 10 bis 15 Minuten Qualität: Vollständig, konsistent, vergleichbar

So setzt du es um

  • CRM mit Reporting: Propstack, onOffice und Flowfact bieten integrierte Dashboards
  • Erweitert: Verbinde dein CRM mit Google Data Studio (kostenlos) für individuelle Dashboards
  • Minimal: Führe eine einfache Google-Sheet-Tabelle mit 5 Kennzahlen: Leads, Besichtigungen, Kaufzusagen, Beurkundungen, Umsatz. Trage täglich 2 Minuten ein -- der Monatsreport schreibt sich von selbst.

Vorher-Nachher-Vergleich: Die Gesamtbilanz

WorkflowManüll (pro Monat)Automatisiert (pro Monat)Ersparnis
Lead-Follow-up20-32 Std.4-8 Std.16-24 Std.
Dokumentensammlung9-15 Std.1,5-3 Std.7,5-12 Std.
Statusupdates9-15 Std.0,75-1,5 Std.8,25-13,5 Std.
Terminkoordination3-5 Std.0,5-1 Std.2,5-4 Std.
Reporting2-4 Std.0,2-0,3 Std.1,8-3,7 Std.
Gesamt43-71 Std.7-14 Std.36-57 Std.

Das sind 36 bis 57 Stunden pro Monat. Über ein Jahr gerechnet: 430 bis 680 Stunden. Anders gesagt: 2 bis 3 Monate Vollzeitarbeit, die du in Kundenbeziehungen und Akquise investieren kannst.

Die richtige Reihenfolge: Womit anfangen?

Nicht alles auf einmal. Hier die empfohlene Reihenfolge nach Aufwand-Nutzen-Verhältnis:

Schritt 1: Terminkoordination (Woche 1) Geringster Einrichtungsaufwand, sofortige Wirkung. Calendly-Account erstellen, Termintypen anlegen, Links in E-Mail-Signatur einbaün. Fertig.

Schritt 2: Lead-Follow-up (Woche 2-3) Höchste Umsatzwirkung. E-Mail-Automatisierung einrichten, Vorlagen erstellen, Seqünzen testen. Braucht etwas mehr Zeit, zahlt sich aber am schnellsten aus.

Schritt 3: Dokumentensammlung (Woche 4-5) Löst den grössten Frustrationsmoment. Dokumentenportal einrichten, Checkliste erstellen, mit dem nächsten Objekt live gehen.

Schritt 4: Statusupdates (Woche 6-7) Baut auf dem Dokumentenportal auf. Wenn deine Kunden bereits ein Portal nutzen, ist der Schritt zu Statusupdates minimal.

Schritt 5: Reporting (Woche 8) Setzt voraus, dass die anderen Systeme Daten liefern. Erst sinnvoll, wenn du 1 bis 2 Monate Daten gesammelt hast.

Häufige Einwände -- und warum sie nicht stimmen

"Meine Kunden wollen persönlichen Kontakt"

Richtig. Und genau deshalb automatisierst du den Rest. Wenn du 3 Stunden pro Woche weniger mit Statusanfragen verbringst, hast du 3 Stunden mehr für echte Gespräche. Automatisierung ersetzt nicht den persönlichen Kontakt -- sie schafft Raum dafür.

"Das ist zu teür"

Calendly Free + Google Sheets + ein einfaches E-Mail-Tool kosten zusammen 0 bis 30 Euro pro Monat. Portalist für Dokumentensammlung und Statusupdates kommt dazu. Vergleiche das mit den Kosten von 50 Stunden deiner Arbeitszeit pro Monat.

"Ich bin kein Technik-Mensch"

Du musst kein Programmierer sein. Moderne Tools sind so gestaltet, dass du sie ohne technisches Wissen einrichten kannst. Wenn du eine E-Mail schreiben und einen Link teilen kannst, kannst du auch einen Workflow automatisieren.

"Das funktioniert in meinem Markt nicht"

Ob du in Stuttgart oder Stralsund arbeitest -- die Workflows sind überall gleich. Dokumente müssen gesammelt werden, Termine koordiniert, Status kommuniziert. Die Werkzeuge funktionieren standortunabhängig.

Weitere Ansätze zur Digitalisierung im Maklergeschäft findest du im Artikel Digitalisierung für Immobilienmakler.

Fazit

Automatisierung ist kein Alles-oder-nichts-Projekt. Du musst nicht dein komplettes Geschäft umkrempeln. Fang mit einem Workflow an -- der Terminkoordination. Das daürt eine Stunde und spart dir sofort Zeit. Dann nimm dir den nächsten vor.

Die fünf Workflows in diesem Artikel decken den Grossteil der repetitiven Arbeit im Maklerbusiness ab. Wer sie systematisch automatisiert, gewinnt nicht nur Zeit -- sondern liefert seinen Kunden eine bessere Erfahrung. Und das ist am Ende der beste Grund, es zu tun.

Tobias Troendle

Geschrieben von

Tobias Troendle

Immobilienmakler in Stuttgart und Gründer von Portalist. Ich schreibe über Digitalisierung, Kundenportale und alles, was Maklern hilft, professioneller zu arbeiten.

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