Der Quadratmeterpreis ist die intuitivste Vergleichsgröße im Immobilienmarkt. Wer sagt, eine Wohnung kostet „6.500 Euro pro Quadratmeter", sagt mehr über die Marktposition aus als mit der reinen Kaufpreisangabe.
Wie er richtig berechnet wird
Die Standardformel: Kaufpreis geteilt durch Wohnfläche nach WoFlV. Eine Wohnung für 520.000 Euro mit 80 Quadratmetern Wohnfläche hat einen Quadratmeterpreis von 6.500 Euro.
Bei Einfamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern ist die Rechnung komplexer: Grundstückswert und Gebäudewert werden oft separat betrachtet. Ein Haus auf großem Grundstück kann trotz hohem Gesamtpreis einen niedrigen Quadratmeterpreis fürs Gebäude haben – weil ein Großteil des Werts im Grundstück liegt.
Wo der Quadratmeterpreis versagt
Bei Premium-Lagen. In Toplagen spielen Faktoren wie Aussicht, Balkonrichtung oder Deckenhöhe eine große Rolle, die kein Quadratmeterpreis abbildet. Eine Eckwohnung mit Südbalkon kann pro Quadratmeter 20 Prozent teurer sein als die Nachbarwohnung.
Bei Sanierungsbedarf. Zwei Wohnungen mit identischem Quadratmeterpreis können wirtschaftlich sehr unterschiedlich sein: Eine ist bezugsfertig, die andere braucht 50.000 Euro Sanierung. Der vermeintlich gleiche Preis verdeckt den wahren Aufwand.
Bei Sonderflächen. Wohnungen mit großem Balkon, Garten oder Dachterrasse sind schwer vergleichbar. Der Quadratmeterpreis ignoriert diese Flächen zu 100 Prozent, obwohl sie wertbildend wirken.
Für eine fundierte Bewertung ist der Quadratmeterpreis der Einstieg, nicht das Ende. Ein Verkehrswertgutachten berücksichtigt alle wertbildenden Faktoren einzeln.